Filmtipp: Die Wolke

Filmtipp, Kamera, EAEEF1


Darsteller

Paula Kalenberg

Franz Dinda

Hans-Laurin Beyerling

Carina Wiese

Richy Müller

Karl Kranzkowski

Thomas Wlaschiha

Gabriela Maria Schmeide

Jenny Ulrich

Ulrike Arnold

Claire Oelkers


und viele andere

 

Regie

Gregor Schnitzler
Filmtipp, Die Wolke, Gregor Schnitzler

"Ich wollte einen authentischen Film machen, der Deutschland realistisch wiedergibt und nicht künstlich aufbauscht, ..." Gregor Schnitzler

 

Drehbuch

Marco Kreuzpaintner


Roman

Gurdrun Pausewang
Filmtipp, Die Wolke, Gudrun Pausewang

"Ich möchte warnen!"

Gudrun Pausewang

 







































































































































Filmtipp, Die Wolke, Radiohören

 

 

 

 

 

 

 

 

Am 16.März 2006 startete bundesweit der Film DIE WOLKE. Er trägt das Prädikat Besonders wertvoll. Die Grundlage für das Drehbuch lieferte der gleichnamige Roman von Gudrun Pausewang. Das Buch erschien 1987. Pausewang schrieb es unter dem Eindruck des Super-GAUs im ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl.

 

Die Handlung


Ein Störfall in einem Kernkraftwerk östlich von Frankfurt erschüttert das Land. Eine riesige radioaktive Wolke tritt aus und treibt auf die kleine Stadt Schlitz zu, nicht weit von Bad Hersfeld gelegen. Alle, die in unmittelbarer Nähe des Kernkraftwerks leben, sind sofort verstrahlt, in kurzer Zeit sind 38.000 Menschen tot. Alle etwas weiter entfernt lebenden Menschen versuchen zu fliehen. Auch Hannah (Paula Kalenberg), ein 16 jähriges Mädchen und ihre große Liebe Elmar (Franz Dinda), ein Klassenkamerad, bemühen sich in dem Chaos einer sich auflösenden Ordnung, dem schrecklichen Schicksal zu entkommen. Elmar schafft es in letzter Sekunde, Hannah jedoch wird kontaminiert. Sie ist gezeichnet, vermutlich für immer. Doch ihre junge Liebe, ebenso großartig wie verzweifelt, führt sie wieder zusammen, gegen jede Vernunft. Elmar besucht Hannah im Sicherheitstrakt eines Sanatoriums, berührt sie, liebt sie - und stellt fest, dass er auf der Flucht selbst verseucht wurde. ...

26. April 1986. Die größte von Menschenhand herbeigeführte Umweltkatastrophe ereignet sich. Eine nukleare Havarie. Ein GAU. Es ist der Tag, an dem der Name eines Atomkraftwerkes Geschichte macht: TSCHERNOBYL.

Durch die Explosion und den anschließenden Brand werden große Mengen an Radioaktivität freigesetzt. In einer Strahlenwolke werden Jod-131 und Cäsium-137 tausende Kilometer weit getragen, ehe der Regen die radioaktiven Substanzen aus der Luft wäscht und Boden, Tiere, Pflanzen und Menschen kontaminiert. Ganze Landstriche werden verstrahlt. Viele Menschen sterben und 135.000 Bewohner der Region müssen umgesiedelt werden.

Fast jeder in Deutschland lebt irgendwie in der Nähe eines Atomkraftwerks. Es gibt immerhin noch 17, die in Betrieb sind. In latenter Gefahr lebt also jeder. Wohl jeder weiß seit Hiroshima, welch verheerende Wirkung Radioaktivität hat, weiß, was es bedeutet, dem atomaren Fallout ausgesetzt zu sein, hat schon einmal von Halbwertzeiten, der Zerstörung roter Blutkörperchen und dem erhöhten Knochenkrebsrisiko gehört. Aber kaum einer kann sich vorstellen, was tatsächlich passiert, wenn durch einen Störfall in einem Kraftwerk eine radioaktive Wolke austritt. Das in dem Film darstellte Chaos, die Flucht der Menschen vor der totbringenden Wolke ist eher untertrieben. Für Gundremmingen, ein Atomkraftwerk in Süddeutschland, gibt es einen Katastrophenplan, der aber der Öffentlichkeit nicht bekannt ist.

Die Buchautorin Gudrun Pausewang nahm die Atomkatastrophe in Tschernobyl zum Anlass, das Buch „Die Wolke“ zu schreiben. In einem Interview schildert sie die damaligen Eindrücke: „Die Kinder durften nicht mehr in den Sandkästen spielen, die Bauern mussten das Frühjahrsgemüse unterpflügen, weil es verseucht war. Und vieles mehr. Da habe ich mir natürlich mit meiner lebhaften Phantasie gedacht, wie sähe denn so eine Katastrophe aus, wenn es nicht 1.500 km von unseren Landesgrenzen entfernt, sondern mitten in unserer dichtbesiedelten Bundesrepublik stattfände? Das hat mich sehr bewegt und ging mir unter die Haut. Ich dachte, eigentlich muss man vor einer solchen Katastrophe warnen.“

Das Buch „DIE WOLKE“ bekam 1988 den deutschen Jugendliteraturpreis. Rita Süssmuth (damals Familienministerin) überreichte ihr den Preis, gegen den Willen ihrer eigenen Partei, der CDU. Es gab einen politischen Eklat. „Mir wurde erzählt, dass die Atomindustrie alles versucht hat, um zu verhindern, dass DIE WOLKE den Preis bekommt.“ (Gudrun Pausewang). DIE WOLKE wurde zu einem Bestseller. Heute ist das Buch immer noch Pflichtlektüre in vielen Schulen für die Jahrgangsstufen 7-10. Die Jugendbuchredaktion der SZ hat DIE WOLKE als eine der 50 Meisterwerke in ihre junge Bibliothek aufgenommen.

Auch bei den Filmarbeiten kam es zu Behinderungen. Bei den Bahnhofsszenen musste nach Belgien ausgewichen werden, weil die Deutsche Bahn in ganz Deutschland nicht hat drehen lassen.

Zusammenfassung

Gut ist, dass DIE WOLKE nicht mit dem erhobenen pädagogischen Zeigefinger arbeitet. DIE WOLKE unterscheidet sich von einem amerikanischen Blockbuster wie „The Day After Tomorrow“ dadurch, dass nicht die Katastrophe der Hauptdarsteller ist. „Mir ist das Schicksal der Hauptdarstellerin wichtiger, als der Effekt des Zusammenstürzens“, so Regisseur Gregor Schnitzler zur Verfilmung.

Der Film ist wirklich sehenswert. Der Filmstart, 16.März 2006, und der Jahrestag des Unglücks von Tschernobyl geben einen passenden Anlass, das Buch oder den Kinobesuch in die Unterrichtsplanung aufzunehmen. Viele Kinos bieten den Schulen Sondervorstellungen an. Anfragen werden bearbeitet unter: marketing@concorde-film.de.

Gundrun Pausewangs Beweggründe sind klar: „Das Volk muss Druck auf die Politiker ausüben: Wir wollen keine Atomkraftwerke in unserem Land! Auch nicht in anderen Ländern! Fördert die Entwicklung alternativer Energiegewinnungsmöglichkeiten!“

Der Film wird gezeigt

Xinedom, Am Lederhof 1, 89073 Ulm, Tel.: 0731-14020-20, www.xinedom.de

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Trailer:

 


Mehr zu dem Thema:

Die Wolke (offizielle Internetseite)

Liste der nuklearen Unfälle (Wikipedia.org)

Wir danken der CONCORDE Film, München um die Erlaubnis der Veröffentlichung des Bild-, Film- und Tonmaterials.

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