Der Edelweißpirat

Jean Jülich
Die Darsteller
Ivan Stebunov (Karl Ripke), Bela B. Felsenheimer (Hans Steinbrück), Jochen Nickel (Josef Hoegen), Anna Thalbach (Cilly Serve), Jan Decleir (Ferdinand Kütter), Simon Taal (Peter Ripke), Jean Jülich (Alter Karl), Florian Wilken (Franz Rheinberger), Dominik Bromma (Günther Schwarz), Johannes Schaller (Barthel Schink), Pavel Metyanin (Adolf Schütz), Volker Röhlich (Roland Lorent), Svetlana Gajtan (Maria), Wolfgang Michael (Peter Hüppeler)
Regie und Produzent

Niko von Glasow
"Die Geschichte ist uns zugelaufen, und wir sind sie nicht mehr los geworden. Eigentlich wollte ich keinen historischen Film machen. Aber je mehr wir recherchiert haben, umso faszinierter waren wir von dem, was damals passiert ist und wie die Menschen es erlebt haben. Und die echten Edelweisspiraten, die wir getroffen haben, sind einfach Menschen mit dem Herz am rechten Fleck, deren Geschichte wir dann erzählen wollten."
Drehbuch
Kiki von Glasow
Regisseur und Produzent Niko von Glasow und seine Frau, die Drehbuchautorin Kiki von Glasow erzählen die damaligen Ereignisse in ihrer ganzen dramatischen Wucht.Über sieben Jahre arbeiteten sie an dem Drehbuch. Sie führten Gespräche mit Überlebenden und Angehörigen, werteten die Gestapo-Verhöre aus. Genau so lange dauerte es, bis der Film mit Hilfe von Filmförderungen finanziert war
Berlinale 2005
Die offizielle Europa- und Deutschlandpremiere von Edelweisspiraten fand bei der Berlinale 2005 statt. Regisseur und Produzent Niko von Glasow war als Ehrengast der Sektion „Perspektiven Deutsches Kino“ eingeladen.
Welturaufführung
Der Film Edelweisspiraten hatte seine Uraufführung im internationalen Wettbewerb beim Festival des Films du Monde de Montreal, Kanada, im September 2004
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Die Handlung
Köln-Ehrenfeld, November 1944. Sie sind jung, wild und rebellisch. Wie Jugendliche überall und zu jeder Zeit. Doch die Arbeiterkinder Karl und sein jüngerer Bruder Peter sind Edelweißpiraten, Antifaschisten und werden deswegen von der Gestapo verfolgt. Gemeinsam mit dem flüchtigen KZ-Häftling Hans Steinbrück planen sie Sabotageakte und geraten bald ins Visier der Gestapo, die mit härtester Konsequenz gegen die Jugendlichen vorgeht. Als sie verhaftet werden, ist Karl zwischen Überlebenswillen, Verantwortungsgefühl als auch Liebe für seinen Bruder und der Loyalität zu den Edelweisspiraten hin- und hergerissen. Soll er für seine Überzeugungen den Tod seines Bruders riskieren? Oder ist es klüger, sich und andere zu verraten, um zu überleben?
Deutschland zum Ende des Zweiten Weltkriegs: „Edelweisspiraten“ nennen sich tausende Jugendliche im zertrümmerten Köln und in anderen Städten. Ihr Erkennungszeichen ist die zähe, kleine Alpenpflanze. Sie sind nicht organisiert und unpolitisch. Aber sie beugen sich nicht länger dem Druck der Diktatur: Sie prügeln sich mit der Hitlerjugend, verweigern sich dem Militär und sabotieren den Krieg. Einige müssen in den Untergrund, sie verstecken geflohene Juden, Zwangsarbeiter, Deserteure. Sie bewaffnen sich und nehmen den militanten Kampf gegen die Nazis auf. Sie bereiten die Sprengung der Kölner Gestapo-Zentrale vor ...
Gnadenlos reagiert der Staat. Die Gestapo verfolgt und findet die Jugendlichen, foltert sie, ermordet sie in aller Öffentlichkeit. Mitten in Köln-Ehrenfeld werden am 10. November 1944 acht junge Leute zwischen 16 und 24 Jahren und fünf Erwachsene ohne Urteil erhängt. Zahlreiche Menschen, darunter Freunde, Eltern und Geschwister sehen ohnmächtig zu. Die Amerikaner stehen bei Aachen, nur noch 70 Kilometer vor Köln.
Eine suggestiv nervöse Handkamera, schnelle Schnitte, ein intensiver Soundtrack, eine fiebrige Geschichte von Lebenshunger und Todesangst: Niko von Glasows „Edelweisspiraten“ ist ein leidenschaftliches Plädoyer wider das Vergessen, das in seinem Tempo und seiner Direktheit (nicht nur) den jungen Kinozuschauer ins Herz trifft. 60 Jahre nach Kriegsende erzählt der Film eine verdrängte Geschichte aus dem deutschen Widerstand. So ungewöhnlich Machart und Thematik des Dramas, so ungewöhnlich ist der Mix aus bekannten Schauspielern (Jochen Nickel, Anna Thalbach, Jan Decleir) Newcomern wie Ivan Stebunov und Simon Taal und Kino-Entdeckungen wie Bela B. Felsenheimer von "Die Ärzte", als flüchtiger KZ-Häftling "Bombenhans".
Späte Anerkennung
Die Mitglieder der Kölner Edelweisspiraten, die dem faschistischen Regime Widerstand leisteten, mussten fast sechzig Jahre auf diese Anerkennung warten. Jetzt erklärte der Kölner Regierungspräsident Jürgen Roters, dass es sich bei den vom NS-Regime Verfolgten nicht um Kriminelle gehandelt habe, sondern um politisch Verfolgte und Widerstandskämpfer. Gegenüber wdr.de sagte Roters, dass es wichtig sei, diese Gruppe des proletarischen Widerstands zu rehabilitieren. Und Roters weiter: Es müsse den Umständen Rechnung getragen werden, unter denen die Edelweisspiraten dafür gesorgt hätten, dass Juden versteckt wurden und Zwangsarbeiter Nahrung bekamen.
Der Film wird gezeigt
Kammer-Lichtspiele, Hirschstrasse 12a, 89073 Ulm, Tel.: 0731/65775. Für Schulvorführungen kann der Verleih angefragt werden. Bei Interesse vermittelt er zusätzlich Zeitzeugen.
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Trailer:
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