Filmtipp: Der weisse Planet
RegieStéphane Millière und Thierry Piantanida mit Beteiligung von Jean Lemire
DrehbuchThierry Piantanida
KameraMartin Leclerc, Marc Gadoury, Didier Noirot
SchnittCatherine Mabilat
TonDominique Vieillard
MusikBruno Coulais
ProduzentenJean-Pierre Saire und Joanne Carrière
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Wenn man vom Weltall auf die Arktis schaut, sieht die Erde aus wie ein weißer Planet. "Der weiße Planet" so lautet auch die französisch/kanadische Filmproduktion, die seit dem 28.Dezember in den Kinos läuft. Es ist eine packende filmische Reise durch eine faszinierdende fremde Welt. Der Film beginnt mit dem Einsetzen des arktischen Winters. Endlose Polarnächte zwingen die Tiere in der Wildnis dazu, sich gegenseitig zu übertreffen bei der Suche nach Möglichkeiten zu überleben. Wenn der Frühling beginnt, erwachen auch die Tiere in den Wäldern des hohen Nordens am Rande der Arktis wieder und die Eisbären, Polarfüchse usw. veranstalten im tiefen Schnee die ersten Jagden der neuen Saison. Dies ist für die Karibus z.B. der Beginn eines großen Zuges nordwärts, zum größten „Lebensmittelmarkt“ des Planeten. In einer feuerwerkartig arrangierten Schau spektakulärer Tier- und Landschaftsaufnahmen entdecken wir, wie die Tierwelt des hohen Nordens bei ihrer Nahrungssuche instinktiv einige äußerst geschickte Strategien entwickelt, um auch in den unwirtlichsten Gegenden überleben zu können. Wir begleiten die riskante Wanderung der Karibus, die erbarmungslose Jagd eines Polarwolfes, den kraftvollen Kampf der Moschusochsen um die Rangordnung in der Herde, die List und Tücke eines Eisbären und die Mutterliebe eines Walrosses ... Die Arktis ist eine Welt von ewigem Schnee, Eis und Kälte. Die Regisseure Stéphane Millière, Thierry Ragobert, Thierry Piantanida arbeiteten 3 Jahre an dem Film, um ein fazinierendes Schauspiel der Natur in ihrem Wechsel der Jahreszeiten festzuhalten, wie man es noch nie auf der Leinwand gesehen hat. Es sind einmalige Naturfilmaufnahmen. Die Filmemacher trotzen allen widrigen Umständen, um aus nächster Nähe das Leben im Eis festzuhalten. Einer der Filmemacher arbeitete jahrelang mit dem Meeresforscher Jacques-Yves Cousteau zusammen. Das merkt man. Die Unterwasseraufnahmen sind grandios, aber auch gefährlich. Die Filmemacher wollen die Arktis so zeigen, wie sie zur Zeit ist, denn in 50-80 Jahren werden wir sie nicht wiedererkennen. Im Gegensatz zur Antarktis werden die Bodenschätze der Arktis seit Jahren ausgebeutet, was ganz besondere ökologische Probleme bereitet. In dieser empfindsamen Welt, in welcher sich schon der Fußabdruck eines Wanderschuhs im Moos erst nach Jahrzehnten wieder verflüchtigt. Die Erwärmung der Erdatmoshäre hat katastrophale Auswirkungen auf die Arktis und in Wechselwirkung auf das Weltklima. Meßbar ist die fortschreitende Erwärmung in der Arktis unter anderem an der schwindenden Ausdehnung und Dicke des Meer- und Landeises, Hauptindikator und Motor des Klimawandels zugleich. Das Eis bestimmt den Grad der Reflektion des Sonnenlichtes, regelt den Austausch von Wärme und Feuchtigkeit zwischen Meeresoberfläche und Atmosphäre und beeinflusst die Verdunstung. In den letzten 30 Jahren wurde ein Rückgang der jährlichen Meereisbedeckung um 8 % beobachtet, was einer Fläche von bis zu 1 Mio. km² gleichkommt (größer als die Fläche von Norwegen, Schweden und Dänemark zusammen!). Bis zum Jahr 2100 wird eine zusätzliche Abnahme der jährlichen Eisbedeckung um bis zu 50% prognostiziert. Betroffen ist dabei vor allem die sommerliche Eisbedeckung. "Am Ende dieses Jahrhunderts wird es im Sommer kein Eis mehr am Nordpol geben", prognostiziert auch Ola Johannsen vom Nansen-Forschungsinstitut im norwegischen Bergen. Inuits, die Bewohner der Arktis, berichten, dass es während des Winters 2002 schon geregnet hat und der Schnee verschwindet. Die Polarmeere beinflussen das Klimageschehen nachhaltig. In den Ozeanen sind gigantische Wärmemengen gespeichert, die durch weltumspannende Meeresströmungen verteilt werden. Der Golfstrom zum Beispiel bringt warme Wasser von den Tropen bis nach Europa. Durch die Eisbedeckung des Grönlandsees wird das Meerwasser nach unten getrieben. Es entstehen Tiefseeströme, das sind sogenannte globale Umweltpumpen, welche entscheidend das Klima der ganzen Erde bestimmen. Die Abnahme der Eisbedeckung hat unabsehbare Folgen für das Weltklima. Die Eiswelten sind für uns alle wichtig, nicht nur allein wegen ihrer grandiosen Schönheit, sondern auch weil die komplexen Vorgänge am Polarmeer das Klima steuern. Der Film, sein Rhythmus, braucht die Musik. So begleitet ein Streichorchester die Streifzüge der Karibus. Der Kinobesucher bekommt einen besonderen Repekt und Achtung vor der Natur und Tierwelt der Artis. Für Natur-und Tierfreunde ist der Film ein unbedingtes Muss. Während der Vorführung spürt man auch die Spannung unter den Zuschauern. Kindern fiebern regelrecht mit, wenn die großen Karibuherden die reißenden Flüsse durchqueren. Überracht sind wir auch, wenn wir sehen, wie Dickschnabelenten sich als hervorragende schnelle Taucher entpuppen. Oder Grauwale über kilometerlange Distanzen ihre Artgenossen rufen. Der Film "Der weiße Planet" dokumentiert ausschließlich das Tierleben auf der Artis - hier ist die Natur der Hauptakteur - und doch wird es dem Zuschauer nicht langweilig. Der Film ist eine Mahnung und Aufforderung, welch faszinierende Welt durch die drohende Klimakatastrophe auf dem Spiel steht, zeigt in eindrucksvoller Weise die Dokumentation. Es ist ein super Dokumentarfilm über die Natur. Doch nicht nur Tier- und Planzenwelt sind bedroht. Die Lebensgrundlagen der Menschheit stehen auf dem Spiel. Für die Entwicklung des Umweltbewußtseins, v.a. auch bei Kindern und Jugendlichen ist der Film sehr geeignet. Wir freuen uns über Ihre MeinungSie können uns gerne Ihre Meinung zum Film schreiben Trailer: |
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