Filmtipp: Der letzte Zug

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Regie

Filmtipp, Der letzte Zug, Premierebild 1

Dana Vávrová und Joseph Vilsmaier

 

Die Darsteller

Filmtipp, Der letzte Zug, Premierebild 2

Henry Neumann (Gedeon Burkhard), Lea Neumann (Lale Yavas), Nina Neumann (Lena Beyerling), Dr. Friedlich (Juraj Kukura), Ruth Zilberman (Sibel Kekilli), Albert Rosen (Roman Roth), Gabrielle Hellmann (Brigitte Grothum), Jakob Noschik (Hans Jürgen Silbermann), Crewes (Ludwig Blochberger)

 

Drehbuch

Stephan Glantz

 

Produzent

Artur Brauner

Musik

Chris Heyne

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 












 

 

 

 

 

Filmtipps, Der letzte Zug, Filmplakat

Die Handlung

Am 09.11.2006, dem 68. Jahrestag der Reichsprogromnacht, startete der Film "Der letzte Zug" bundesweit in den Kinos. Der Film von Arthur Brauner erzählt die Deportation der letzten Berliner Juden in das Vernichtungslager Auschwitz im April 1943. Vom berüchtigten Gleis 17 am Bahnhof Grunewald aus ging es in sechs Tagen zu einer Reise in den sicheren Tod. Hunger, Durst und die Greueltaten der SS-Männer machen das Leben der Gefangenen zur Hölle auf Erden.

Filmemacher mit einer Lebensaufgabe


Arthur Brauner hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, den Opfern des Hitler-Faschismus filmisch Denkmäler zu setzen. Der mittlerweile 88-jährige Berliner Regisseur und Produzent realisierte schon einige Meisterwerke wie Roman Polanskis "Der Pianist", Audrius Juzenas "Ghetto" oder Roberto Benignis "Das Leben ist schön". Brauner selbst verlor seine Großeltern, Tanten und Onkel, Cousinen und Cousins durch den Faschismus. Gegenüber der Berliner Zeitung am Sonntag erzählt er, wie es zu dem Film "Der letzte Zug" kam: "Immer, wenn ich am Bahnhof Grunewald vorbeifahre, packt mich das Grauen, wenn ich die Tafel mit den Namen der Deportierten sehe. Das Grauen ließ mich nicht los! Ich beschloß deshalb, die 700 Opfer des letzten Zuges, Frauen, Männer und Kinder, unvergessen zu machen."

Ein geradliniger Film

Der Zuschauer verfolgt zwei Stunden lang, wie hunderte Menschen in kleinen Viehwaggons eingepfercht wurden. Die Kamera bleibt immer sehr nah am Schicksal der Gefangenen. So wirkt alles recht authentisch. Verzerrte Gesichter hinter Gittern und Draht, Schmerz und Hoffungslosigkeit. Die Luft wirkt heiß und stickig, es riecht nach Schweiß, Urin und Angst.

Der Film zeigt ganz klar und ungeschminckt die Wahrheit über die Greueltaten des Faschismus an den Juden. Schon nach wenigen Minuten schaut der Zuschauer gebannt, bewegt und gerührt, zum Teil starr vor Entsetzen auf die Leinwand und verfolgt das Geschehen, als ob er mittendrin stände.

Filmtipps, Der letzte Zug, Bahnhof













Die zusammengetriebenen Juden warten im Bahnhof Grunewald auf die Deportation

Dana Vávrorá (Regie zusammen mit ihrem Ehemann Joseph Vilsmaier) sagte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur in Berlin auf die Frage "Warum diese extreme Nähe?": "Ich finde es sehr wichtig, so einen Film ins Kino zu bringen, ohne dass man den Zuschauer schont. Ohne dass man ihn mit einem Nebenstrang mit Liebe, Humor oder Action ablenkt. Es war von Anfang an unser Ziel, den Film geradlinig und ohne Effekte zu realisieren. Ohne Zeigefinger, sondern fast dokumentarisch. Der Zuschauer soll mitfahren auf der furchtbaren letzten Zugfahrt dieser Menschen. Er soll direkt dabei sein und den Niedergang der Gefangenen emotional miterleben."

Der Film zeigt aber auch, dass es unter den Soldaten Widersprüche gab, wenn ein paar mutige Wehrmachtssoldaten hilfsbereit den leidenden Menschen Wasser und Brot durch die Gitterstäbe reichen. Der Film vermittelt eine Ehrfurcht gegenüber den Betroffenen, die in einer solchen Lage noch Nerven- und Charakterstärke zeigen. Jakob, gespielt von Hans Jürgen Silbermann, versucht mit Witzen über Hitler die Moral zu heben, andere Männer versuchen die Gitterstäbe am Fenster zu durchsägen, um eine Fluchtmöglichkeit zu schaffen oder mit primitiven Werkzeugen Versuche unternehmen, ein Loch in den Holzboden zu bohren.

Das Regieteam Vilsmaier/Vávrová vermeiden jegliche Pauschaliserungen, ohne die Dinge zu verharmlosen oder gar zu beschönigen. Dies zeichnet den Film aus, die Dinge so zu nennen wie sie waren. Es gibt eine Reihe von Büchern und Filmen die sich mit den Greueltaten des Faschismus auseinandersetzen. Der letzte Zug, vermittelt aber dem Zuschauer zum ersten Mal, wie schrecklich das alles gewesen war.

Filmtipp, Der letzte Zug, Fluchtversuch

 

 

 

 

 

 



 

Verzweifelt versucht Ruth (Sibel Kekilli) den Verschlag des Waggons zu öffnen

Dass der Film grosse Emotionen weckt ist nicht zuletzt auch der Verdienst der Schauspieler. Im Mittelpunkt stehen das Ehepaar Henry und Lea Neumann (Gedeon Burkhard und Lale Yavas) mit ihren beiden Kindern, ein älteres Liebespaar, der Kabarettist Jakob Noschik (Hans Jürgen Silbermann) und die Pianistin Gabriella Hellmann (Brigitte Grothum), der Arzt Dr. Friedlich (Juraj Kukura), ein unerschrockener, junger Mann namens Albert Rosen (Roman Roth) und die junge Ruth Zilberman (Sibel Kekilli). Die Schauspielerbesetzung ist etwas ungewöhnlich und mutig. Gedeon Burkhard ("Kommisar Rex") bekam die Chance aus seinem Kommissar-Image herauszutreten und zeigte, dass er in der Lage ist auch was anderes zu machen. Sibel Kekilli ("Gegen die Wand") überzeugte als Ruth Zilberman.

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Henry (Gedeon Burkhard) tröstet seine Tochter Nina (Lena Beyerling)

Die Authentität der Ereignisse im Viehwaggon ist zweifellos eine Stärke, doch kommt hier eine entscheidende Schwäche zum Ausdruck. Der Film greift nur die bestialische Hülle des Hitler-Faschismus an. Der Klasseninhalt der terroristischen Herrschaftsform des Monopolkapitals wird nicht genannt. Doch der Faschismus ist eine diktatorische, terroristische Herrschaftsform des Monopolkapitalismus. Wer gegen den Faschismus ist, muss auch die monopolkapitalistische Herrschaft beseitigen.

Der Film wird gezeigt in Ulm

Xinedom, Kino 5, Tel. 0731 / 14020-20Reservierung (egal bei Internet oder Tel.) kostet keinen Aufschlag.

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Trailer:

 


Wir danken der Concorde Filmverleih GmbH und der CCC Filmkunst 2006 Film um die Erlaubnis zur Veröffentlichung des Bild-, Ton- und Filmmaterials.
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