Filmtipp: „Die Story: Leiharbeit undercover”

Matthias P ist Leiharbeiter. In vielen Betrieben arbeitet er Schulter an Schulter mit den Facharbeiten des Unternehmens. Matthias P. bekommt rund sieben Euro brutto pro Stunde - weniger als die Hälfte des Lohns, den die Festangestellten mit Tarifvertrag bekommen.

Noch am Morgen saß Matthias P. in seiner Wohnung. In Hose und Leuchtweste hockte er neben dem Telefon. Er ist verpflichtet, bis eine Stunde vor Schichtbeginn zu warten, auf einen Anruf der Firma, die ihn verleiht.

Matthias P. ist in Wirklichkeit Markus Breitscheidel. Der Undercover-Rechercheur und Autor arbeitete für den Film: "Leiharbeit undercover" über ein Jahr lang mit falscher Identität in der Leiharbeitsbranche, im Niedriglohnsektor.

Die Reportage von Julia Friedrichs begleitet Matthias P. bis zum Werkstor, seine Arbeitstage filmt er verdeckt. Nur so ließ sich dokumentieren, wie das Leben eines Leiharbeiters tatsächlich ist.

Er arbeitet in der Industrie oder als Erntearbeiter. „die story“ dokumentiert die Erlebnisse von Matthias P. und spricht mit seinen Kollegen, den festen und den ausgeliehenen. „die story“ geht aber auch in die Betriebe und konfrontiert die Verantwortlichen.

Der Film wird in einigen Fernsehsendern gezeigt:

Montag, 3. November, 5:30 Uhr, Eins Extra.
Montag, 17. November, 22:00 Uhr, WDR.

 

Biographie

Markus Breitscheidel wurde 1968 geboren. Nach dem Abitur studierte er Wirtschaftswissenschaften und war zunächst Geschäftsleitungsassistent einer Disco und dann Marketingleiter einer Werkzeugfirma. Den Anstoß für die undercover-Recherchen im Heim und als Leiharbeiter gab Günter Wallraff, dem Markus Breitscheidel zufällig begegnete.

Breitscheidel arbeitete verdeckt als Pflegehilfskraft in fünf verschiedenen Pflege- und Altenheimen in Deutschland. Seine Erlebnisse über Ausbeutung und Betrug veröffentlichte er in seinem Buch „Abgezockt und totgepflegt. Alltag in deutschen Pflegeheimen“.

Für sein aktuelles Buch „Arm durch Arbeit“ arbeitete Breitscheidel undercover in unterschiedlichen Jobs, u.a. bei Opel und Bayer bzw. in der Landwirtschaft. In seiner Rolle als ungelernter Hilfsarbeiter musste er alle von der Arbeitsagentur vermittelten Tätigkeiten annehmen. Markus Breitscheidel berichtet, wie er als arbeitsloser Hartz-IV-Empfänger und Leiharbeiter stigmatisiert, gemobbt und als Mensch zweiter Klasse behandelt wurde. Trotz Vollzeitarbeit reichte sein Lohn nicht zum Leben.

Buchtipp

Markus Breitscheidel: "Arm durch Arbeit. Ein Undercover-Bericht." Vorwort von Günter Wallraff, Econ Verlag 2008; Preis: 18 Euro

 

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