Fernsehtipp: Der große Rausch - Ein Investmentbanker packt aus

Er gehört zu den Whistleblower* - Gerain Anderson, 35 Jahre alt, von Beruf Banker. Er war Staranalyst einer deutschen Investmentbank in London und hat Millionen verdient. Jetzt bricht Geraint Anderson als erster Banker mit dem Schweigegelübde seiner Branche. In der Dokumentation »Der große Rausch« erzählt Stephan Lamby die atemberaubende Geschichte eines Bankers und der Geschäftspraktiken in der Londoner City, einem der größten Finanzzentren der Welt.

Filmtipp: Der grosse Rausch, Anderson, Quelle: Repro WDR

 

Eigentlich hatte der Engländer Gerain Anderson eine Bilderbuchkarriere. Vater war Parlamentsabgeordneter der Labour Partei und heute Mitglied des House of Lords. In wenigen Jahren arbeitet sich Anderson zum Experten für die Energie-Branche hoch und wird dreimal hineinander zum besten Energie-Analysten Londons gewählt. Doch nach 12 Jahren folgt der Burn out. Ausgebrannt durchläuft er eine persönliche Krise. Sein Leben verläuft in anderen Bahnen. Er beginnt seine Erlebnisse in der Börsenwelt aufzuschreiben und läßt diese anonym in einer Londoner Zeitung veröffentlichen. Seine Berichte erhalten schnell Kultstatus. Anderson beschreibt realistisch die Tricks der Branche und die persönliche Überforderung der zumeist jungen Banker. Er nennt keine Klarnamen, ihm geht es um die Moral einer Branche, die auf einen Abgrund zurast. Im Sommer dieses Jahres enthüllt er seine Identität – und sorgt für einen Eklat. Viele ehemalige Kollegen wollen nichts mehr mit ihm zu tun haben. Sie fürchten um ihren Job.

Bereits 1994 enthülte der Wirtschaftspublizist Günter Ogger die Machenschaften der Finanzbranche in dem Buch "Das Kartell der Kassierer". Wir können jetzt gespannt sein auf die Reportage der Hamburgers Stephan Lamby.

Die Reportage wird gezeigt im

Das Erste, Donnerstag, 08.01.2009, 23.45 bis 00.30 Uhr

EinsFestival, Donnerstag, 08.01.2009, 20.15 bis 21.00 Uhr

 

Whistleblower [*] sind Menschen die illegales Handeln, Missstände oder Gefahren für Mensch und Umwelt nicht länger schweigend hinnehmen, sondern aufdecken. Sie tun dies intern innerhalb ihres Betriebes, ihrer Dienststelle oder Organisation oder auch extern gegenüber den zuständigen Behörden, Dritten oder auch der Presse. Whistleblower haben die Zivilcourage, Missstände aufzuzeigen und handeln vor allem aus Pflichtbewusstsein aus selbstlosen, ethischen, religiösen oder Gewissensgründen.Von denjenigen die Missstände decken oder einfach nur ihre Ruhe haben wollen, müssen sich Whistleblower oft anhören, sie seien Nestbeschmutzer oder Anschwärtzer und handelten aus persönlichem Vorteil, Renommiersucht oder Illoyalität gegenüber Arbeitgeber und Kollegen.

 

Bild von "Repro: WDR"

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