Wonnemar: Doch kein Volksbad?!

Seit 1. Januar 2011 ist das Wonnemar (früher Atlantis) nach einer 18- monatigen Renovierungspause wieder eröffnet. Seit dieser Zeit reißt die Diskussion über die hohen Eintrittspreise nicht ab. Egal, ob im Bekanntenkreis, auf der Straße oder am Arbeitsplatz, immer wieder sind die Eintrittspreise im Wonnemar ein Gesprächsthema.
Wonnemar: Doch kein Volksbad?!

Atlantisbad vor der Renovierung zum Wonnemar

Viele empörte Südwest-Presse-Leser schrieben Leserbriefe. "Für eine Familie sollte ein Besuch in einem Spaß- und Familienbad bezahlbar sein und nicht nur für Familien der "oberen 10.000"",

Nun erklärt der Bäderbetreiber, das Wonnemar sollte noch nie ein Volksbad sein. Hoppla, wer hat eigentlich das Bad finanziert? Schon der erste Betreiber vom Atlantis setzte sich mehr oder weniger ins gemachte Nest. Die Hauptlast des Baus finanzierten die Bürger über die Steuergelder. Auch die jetzige Sanierung zahlten die Ulmer und Neu-Ulmer Bürger fast 16 Millionen Euro.

Wir finanzieren den Bau, aber es soll dann kein Volksbad sein? Die Preisgestaltung (siehe Kasten) zeigt, dass die umliegenden Bäder wesentlich günstiger sind. Das ist eben der Kapitalismus: Gesellschaftliche Finanzierung und privatkapitalistische Aneignung des Gewinns durch die Stuttgarter interSPA Gruppe. Die Ulmer und Neu-Ulmer Stadträte müssen jetzt mit in die Verantwortung genommen werden über die Preispolitik. Laut Wonnemar-Manager Falko Schille waren die Stadträte von Anfang an informiert: "Allen waren unser Konzept und unsere Preise früh bekannt, auch den Stadtspitzen und den Stadträten". Das sind ja ganz neue Töne. Gerade von den Stadtspitzen wurde doch immer das Gegenteil behauptet.

Der Protest ist berechtigt. Wir brauchen kein Nobelbad! Die Preise müssen auf ein vernünftiges, v.a. für Familien bezahlbares Niveau gesenkt werden. Es kann auch nicht sein, dass die Preise an den Wochenenden höher sind, wie unter der Woche. Gerade für Familien sind gemeinsame Wochenend-Aktivitäten wichtig.

Viele Ulmer warten nicht die Verhandlungen über die Preise ab, sondern bleiben einfach dem Bad fern.

Das Beispiel Wonnemar bestätigt wieder aufs Neue: die Privatisierung ehemals kommunaler Aufgaben und Einrichtungen ist nichts anderes, als ein neuer Markt zur Gewinnmaximierung und treibt die Gebühren/Kosten für die Bürger in die Höhe.

Preise im Vergleich:

Ein Erwachsener bezahlt (ohne Ermäßigung) für 3,5 Stunden im Donaubad-Wonnemar jetzt 10,50 Euro. Das Atlantis berechnete für vier Stunden 8 Euro. Im Bad Blau kosten 3,5 Stunden derzeit 7,60 Euro, im Nautilla vier Stunden 7,50 Euro.

Geht eine Familie (ein Erwachsener und drei Kinder oder zwei Erwachsene und zwei Kinder) den ganzen Tag über ins Donaubad-Wonnemar, kostet das nach der Neueröffnung 39,50 Euro. Für jedes weitere Kind werden 2 Euro fällig. Im Atlantis musste die gleiche Familie 27,50 Euro bezahlen, also 12 Euro weniger. Im Bad Blau kostet die Familientageskarte nur 19,50 Euro für zwei Erwachsene und bis zu vier Kinder. Das sind für eine vierköpfige Familie 20 Euro weniger als im Donaubad-Wonnemar! Und im Nautilla werden für die Familientageskarte 20 Euro verlangt. Das Donaubad-Wonnemar ist für Familien doppelt so teuer wie das Bad Blau oder das Nautilla.

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