Ostermarsch in Ulm: "Stoppt die Auslandseinsätze der Bundeswehr!"
Dieser Ostermarsch unterschied sich wesentlich gegenüber den früheren Jahren. Es kam ein breites Bündnis zustande aus verschiedenen Gruppen, Organisationen, Parteien, Gewerkschaften und Einzelpersonen. Gut war auch, dass der Ostermarsch am Samstag mitten in der Innenstadt durchgeführt wurde. So hörten auch viele Passanten in der Fussgängerzone der Kundgebung zu. Neben der Hauptrednerin vom Ulmer Friedennetzwerk konnten auch Vertreter aus DGB, Grüne/Bündnis 90, Die Linke, attac und MLPD zu Wort kommen.
Im nachfolgenden wollen wir den Redebeitrag von Josef (Jupp) Frerkes in der ungekürzten Version veröffentlichen. Jupp sprach im Namen der MLPD Ulm und ging als ältester Redner auf die Frage der Jugend - Verpflichtung bei der Bundeswehr ist kein Ausweg für die Jugend! - ein.
Ich bin Josef Frerkes, Mitglied der MLPD, Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands
Liebe Friedensfreunde, Kolleginnen und Kollegen
Sie werden es vielleicht etwas eigenartig finden, das ausgerechnet ein Alter etwas zu Jugend und Krieg sagt. Aber Militarismus und wachsende Kriegsgefahr sind nun mal brennende Zukunftsfragen, die besonders die Jugend bewegen und zum Protest und Widerstand herausfordern.
Das zeigen Millionen Jugendliche, die gegen den Irak-Krieg auf die Straße gingen. Seit Jahrzehnten kämpft die Bevölkerung in Palästina gegen die Besetzung und Unterdrückung durch die israelische Regierung. Jugendliche stehen dabei in der ersten Reihe – auch im Friedenskampf in Israel.
Josef Frerkes
Ein Student, schrieb an das Friedensnetzwerk Ulm:
„Ich kann Auslandseinsätze der Bundeswehr nur befürworten. Kein Mensch wird gezwungen, zur Bundeswehr zu gehen und jeder, der es tut, sollte wissen, auf was er sich einlässt und für welche Werte er kämpft. Es war dann seine Entscheidung und sein Risiko. Bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr geht es um humanitäre, friedenssichernde Maßnahmen.“
Klar, noch wird keiner offen gezwungen, aber die desolate Situation bei Ausbildung und Arbeitsplätzen erzeugen den Druck, der durch die verstärkte Werbung der Bundeswehr ausgenutzt wird. Bundesweit sind 90 Jugendoffiziere im Einsatz, die im Schulunterricht und mit Seminaren Rekruten für die Bundeswehr gewinnen und vor allem Jugendliche vom aktiven Widerstand abhalten sollen.
Natürlich sagen sie nicht: Wir wollen, dass ihr für das kapitalistische System in den Krieg zieht. Sie sagen, bei der Bundeswehr kann man Ausbildung machen, Karriere, die Bundeswehr steht für „Friedenssicherung" usw.
Manche gehen notgedrungen darauf ein. Aber kann das eine Lebensperspektive sein?
Ich denke die Verpflichtung bei der Bundeswehr kann niemals eine positive, selbstbestimmte Lebensperspektive eröffnen. Und sie kann weder den gemeinsamen Kampf um Ausbildungsplätze ersetzen noch den Weg öffnen zu einer befreiten Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung, mit Gleichberechtigung und Völkerfreundschaft.
Seit den 50er Jahren stand die Jugend bei den Ostermärsche vorne dran. In den ersten Jahren richteten sie sich gegen atomare Aufrüstung. Die damalige Regierung und ihre Auftraggeber in den Konzernzentralen wollten beim Aufbau der Bundeswehr auch den Zugang zu Atomwaffen. Damals konnte das verhindert werden. Heute streckt Kanzlerin Merkel wieder die Hand danach aus. Sie will über die EU Militärmacht den Zugriff auf englische und französische Atomwaffen.
Kein einzelnes europäisches Land kann heute in der Weltmacht-Konkurrenz der Großmächte mitspielen. Es geht ihnen um die Errichtung einer europäischen militärischen Supermacht, die mit den USA, Russland Japan, China konkurrieren kann.
Deshalb liegt die Bedeutung des diesjährige Ostermarsch im Kampf gegen die Verschärfung der allgemeinen Kriegsgefahr, aktuell gegen den massiven Truppenaufmarsch gegen Iran.
Wir stehen ein für das Selbstbestimmungsrecht der Völker und es kann einzig und allein das Werk des iranischen Volkes sein, sich von dem reaktionären, religiös verbrämten System der Mullahs zu befreien.
Demonstration
Aus all diesen Gründen ist die Verpflichtung bei der Bundeswehr kein Ausweg für die Jugend.
Für das Verbot und die Vernichtung aller ABC-Waffen!
Danke


