Solidaritätserklärung der MLPD Ulm an die Telekom-Belegschaft

Mit überwältigender Mehrheit hat die Telekom-Belegschaft für den Streik zur Erhaltung ihrer Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen entschlossen. Trotz massiver Drohungen des Konzernvorstands, im Falle eines Streiks den gesamten "Service"-Bereich zu verkaufen. Die MLPD Ulm solidarisiert sich mit den Telekom-Kollegen.
Solidaritätserklärung der MLPD Ulm an die Telekom-Belegschaft

streikende Telekom-Kollegen


An die Belegschaft der Telekom

Vertrauensleute, Betriebsrat und ver.di Ulm


Liebe Kolleginnen und Kollegen!


Mit überwältigender Mehrheit habt ihr euch für den Streik zur Erhaltung eurer Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen entschlossen. Trotz massiver Drohungen des Konzernvorstands, im Falle eines Streiks den gesamten "Service"-Bereich zu verkaufen, trotz Androhung arbeitsrechtlicher Schritte gegen Verdi und trotz einer teilweise in den bürgerlichen Massenmedien betriebenen Stimmungsmache gegen die angeblich privilegierten Telekom-Beschäftigten nehmt ihr den Kampf auf.


Wir sind mit euch solidarisch.

Die MLPD in Ulm wird ebenso wie an anderen Orten das in unseren Möglichkeiten Liegende tun: in Betrieben und Gewerkschaften, unter der Bevölkerung informieren, Sympathie und Solidarität für euren Kampf gewinnen, praktische Unterstützung organisieren.


Der Konzerleitung geht es um möglichst hohe Profite, um Konkurrenzfähigkeit im gnadenlosen Kampf um die Weltmarktführung. Eure berechtigten Forderungen können nur auf Kosten dieser Profite durchgesetzt werden. Demzufolge steht ihr nach unserer Meinung vor einem schwierigen Kampf - der mit aller notwendigen Härte geführt - erfolgreich sein kann.


Dieser Streik in der Telekommunikationsbranche hat von vorneherein politische Bedeutung.


Viele Banken, Versicherungen und Industriebetriebe müssten von kommender Woche an mit eingeschränkten Kommunikationsmöglichkeiten rechnen. Privatkunden will Ver.di mit dem Streik bewusst nicht treffen, um deren Solidarität nicht aufs Spiel zu setzen. Man werde keine Notfallvereinbarungen für besonders wichtige Projekte treffen.


Kein Wunder, dass die Telekom-Spitze und andere Kapitalistenvertreter nervös reagieren. Für die Arbeiter und Angestellten ist die Androhung von rechtlichen Schritten und Schadensersatzforderungen ein weiterer Anlass, für ein vollständiges und allseitiges gesetzliches Streikrecht einzutreten.


Die Telekom kündigte an, dass sie Leiharbeiter oder Kollegen aus anderen Firmen als Streikbrecher einsetzen will. Kein Kollege sollte sich dazu hergeben!


Statt Arbeitszeitverlängerung zu Billiglöhnen und in ungeschützten Arbeitsverhältnissen schlägt die MLPD den Kampf um die 30-Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich von Montag bis Freitag

vor.


Euer eindeutiges Votum für Streik bei der Telekom ist ein wichtiges Signal für den Weg des gemeinsamen offensiven Kampfes - konzernweit und branchenübergreifend. Jeder Streik in einem Konzern kann die Belegschaften in den anderen Konzernen ermutigen, ebenfalls den Kampf um ihre Interessen aufzunehmen.


Wir wünschen Euch einen langen Atem und viel Erfolg.

Mit solidarischen Grüßen


Im Auftrag der MLPD Ulm

Josef Frerkes

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