Hochkonjuktur bei IVECO?

Wir veröffentlichen einen Kommentar aus der Kollegenzeitung "Der Vorwärtsgang" vom 19.09.2007.
Hochkonjuktur bei IVECO?

Vorwärtsgang

Iveco plant für 2008 eine außerordentliche Erhöhung der Produktion auf 27.000 Einheiten. Nach Einschätzung des Vorstandes soll die gute Entwicklung des Absatzmarkts für schwere LKWs weiter anhalten. Um diesen Plan umzusetzen will die Geschäftsführung einen 9-Stundentag einführen, den Samstag als Sonderschichttag mit 6-Stunden Arbeitszeit. So hätte nach einem rollierenden System die Kollegen an irgendeinem zehnten Tag, nach neun Tagen Arbeit, frei. Wohlgemerkt, die Produktion sollte nach diesem Modell jeden Tag, einschließlich Samstag weiterlaufen und jeweils nur ein Teil der Belegschaft hätte jeweils frei. Der Betriebsrat hat dies aber einhellig ablehnt, und stellt sich somit schützend vor die Belegschaft.
Der LKW-Markt ist derzeit ganz schön in Bewegung und entwickelt sich in Ländern und Regionen unterschiedlich. So hatte DaimlerChrysler in seiner Truck Group-Sparte einen deutlich starken Absatzrückgang in den USA, Japan und dem NAFTA Raum, dagegen positive Entwicklungen in Europa und Lateinamerika. Diese Zahlen und Entwicklungen sind natürlich Iveco auch bekannt. Iveco in Madrid produziert ebenfalls schwere LKWs wie in Ulm und steht somit objektiv im „Wettstreit“ mit Ulm. So sind Befürchtungen von Kollegen, dass die Produktion in Madrid teilweise oder später ganz abgezogen wird nicht von der Hand zu weisen. Geht die geplante Produktionserhöhung in Ulm schon zu Lasten von Madrid? Wollen sie das Werk in Madrid schliessen?

Im Interesse einer international denkenden und handelnden Iveco-Belegschaft dürfen die jetztigen Entscheidungen nicht ohne Abstimmung mit den Kollegen anderer Werke, insbesondere derer in Madrid erfolgen. Während der Vorstand international operiert und koordiniert, wäre ein Ulmer Alleingang durch den Betriebsrat gefährlich. Auch wenn es mit den Madrider Gewerkschaftsführern der UGT und der CoCo Meinungsverschiedenheiten, zum Teil auch egoistische Standpunkte gibt, so muss eine gemeinsame Lösung im Interesse aller IVECO-Beschäftigten angestrebt werden und der Kampf um eine inhaltliche Vereinheitlichung weitergetreiben werden.

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